Willst du deine Rückenmuskulatur aufbauen, startest du mit Kräftigungs- und Stabilisierungsübungen, die zu deiner Belastbarkeit passen. Als allgemeine Gesundheitsempfehlung rät die WHO Erwachsenen zu muskelkräftigenden Aktivitäten für alle großen Muskelgruppen an mindestens zwei Tagen pro Woche. Hast du Rückenschmerzen, lass sie vorher ärztlich abklären.
Warum solltest du deine Rückenmuskulatur aufbauen?
Kraft im Rumpf brauchst du ständig: beim Tragen der Einkäufe, bei der Gartenarbeit oder auf einer Wanderung im Harz. Dabei arbeiten Rücken, Bauch und Gesäß zusammen.
Rückenschmerzen sind weit verbreitet. In der Krankheitslast-Studie BURDEN 2020 des Robert Koch-Instituts (von der Lippe und Kollegen, Journal of Health Monitoring 2021, Ausgabe S3) berichteten 61,3 % der befragten Erwachsenen in Deutschland von Rückenschmerzen in den letzten zwölf Monaten, 15,5 % von chronischen Rückenschmerzen.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) weist darauf hin, dass zu wenig Bewegung die Rumpfmuskulatur schwächt und Schmerzen verstärken kann. Dass Muskelaufbau Rückenschmerzen verhindert, ist damit allerdings nicht belegt.
Training ist deshalb kein Schutzversprechen, sondern ein Weg zu mehr Kraft und Beweglichkeit. Körperliche Aktivität und Maßnahmen für mehr Muskelkraft und Beweglichkeit nennt die WHO als Teil der Versorgung bei Kreuzschmerzen. Hast du bereits Beschwerden, gehört die ärztliche Abklärung vor den Trainingsstart.
Was zeigen Studien zu Bewegung bei Rückenschmerzen?
Eine Cochrane-Übersichtsarbeit von Hayden und Kollegen (Cochrane Database of Systematic Reviews 2021, CD009790) wertet 249 Studien mit insgesamt 24.486 Personen aus, die chronische, nicht spezifische Kreuzschmerzen hatten. Verglichen mit keiner Behandlung, üblicher Versorgung oder Placebo bewerteten Teilnehmende mit Bewegungstherapie ihre Schmerzen im Schnitt um 15 Punkte besser, auf einer Skala von 0 bis 100. Die Funktionseinschränkung verbesserte sich im Schnitt um 7 Punkte, ein Effekt, der als klein bewertet wird.
Zur Einordnung: Es sind Durchschnittswerte, und das Vertrauen in die Evidenz ist begrenzt, weil viele Studien klein waren und unterschiedliche Programme nutzten. Unerwünschte Wirkungen wurden selten berichtet und waren meist gering, vor allem verstärkte Rückenschmerzen und Muskelkater. Die Ergebnisse gelten für Bewegungstherapie allgemein, nicht für bestimmte Geräte oder Studiokonzepte.
Bei Rückenschmerzen, die seit weniger als sechs Wochen bestehen, ist die Wirksamkeit von Bewegung laut IQWiG schlechter untersucht. Studien deuten eher darauf hin, dass die Beschwerden mit gezielten Übungen nicht schneller nachlassen als ohne Bewegungstraining. Hier zählt vor allem, im Alltag aktiv zu bleiben. Ohne Anzeichen für eine ernsthafte Ursache besteht kein Grund, sich vor Bewegung zu fürchten. Ob das bei dir zutrifft, klärst du ärztlich.
Rücken stärken: Welche Übungen eignen sich für den Einstieg?
Das IQWiG nennt verschiedene Trainingsformen: Kräftigungs- und Stabilisierungsübungen, Pilates, Tai-Chi, Yoga und regelmäßiges Spazierengehen. Eine Methode, die allen anderen überlegen ist, lässt sich daraus nicht ableiten. In der Praxis zählt, dass du eine Form findest, die du regelmäßig durchhältst.
Typische Übungen, um den Rücken zu stärken, sind zum Beispiel:
- Unterarmstütz für Spannung im ganzen Rumpf
- Vierfüßlerstand, bei dem du diagonal einen Arm und das gegenüberliegende Bein anhebst
- Beckenheben in Rückenlage für Gesäß und unteren Rücken
- Rudern am Gerät oder mit Band für den oberen Rücken
Lass dir die Technik am Anfang zeigen, etwa im Rückentraining bei AktiVita, und steigere die Belastung schrittweise. Muskelkater kann vorkommen. Werden Rückenschmerzen beim Üben stärker oder halten sie an, lass das ärztlich abklären.
Wie oft solltest du Rückentraining pro Woche machen?
Eine belegte Mindest- oder Idealdosis speziell für den Rücken lässt sich aus den hier genutzten Quellen nicht ableiten. Orientierung bietet die allgemeine WHO-Empfehlung für Erwachsene: muskelkräftigende Aktivitäten für alle großen Muskelgruppen an zwei oder mehr Tagen pro Woche, dazu 150 bis 300 Minuten moderate Ausdaueraktivität oder 75 bis 150 Minuten mit hoher Intensität. Die Kernbotschaft der WHO: Jede Bewegung zählt, auch wenn du die Empfehlungen nicht ganz erreichst.
Für den Start heißt das zum Beispiel: zweimal pro Woche ein Krafttraining für den ganzen Körper, bei dem Rücken und Rumpf gezielt dazugehören, an den übrigen Tagen Bewegung im Alltag wie zügige Spaziergänge. Die Steigerung planst du mit dem Trainerteam.
Wie kannst du bei AktiVita deine Rückenmuskulatur aufbauen?
Dein Einstieg bei AktiVita in der Lindenstr. 10b in Quedlinburg ist ein Kennenlern-Termin. Dabei lernst du Studio und Team kennen. Der Gesundheitscheck erfasst deinen aktuellen Stand und deine Ziele und ist die Grundlage für deinen individuellen Trainingsplan.
Für deinen Rücken hast du mehrere Möglichkeiten:
- Im Rückentraining stehen Kräftigung und Mobilisation des Rückens im Mittelpunkt.
- Das Flexx Rückgratkonzept verbindet gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen.
- An den personalisierten EGYM-Geräten trainierst du Kraft nach deinem Plan.
- Hat dir deine Ärztin oder dein Arzt Reha-Sport verordnet, sprich das Team darauf an. Ob die Kosten übernommen werden, klärst du vorab mit deinem Kostenträger, etwa deiner Krankenkasse.
Alle Angebote sind Training, keine Therapie. Bei Beschwerden ersetzen sie nicht die ärztliche Abklärung.
Häufige Fragen
Was hilft gegen Rückenschmerzen?
Laut IQWiG gehört es zu den wichtigsten Maßnahmen, im Alltag möglichst aktiv zu bleiben und sich regelmäßig zu bewegen. Eine Garantie, dass Schmerzen dadurch verschwinden, gibt es nicht. Welche Schritte für dich passen, besprichst du ärztlich, vor allem bei anhaltenden Beschwerden.
Kann ich meinen Rücken auch zu Hause stärken?
Ja. Grundübungen wie Unterarmstütz oder Beckenheben brauchen kein Gerät, und regelmäßiges Spazierengehen gehört zu den Trainingsformen, die das IQWiG nennt. Achte auf eine saubere Technik und lass sie dir am Anfang zeigen. Bei Beschwerden klärst du vorher ärztlich ab, ob Training für dich passt.
Eignet sich Rückentraining auch für ältere Menschen?
Die WHO empfiehlt in ihrer Leitlinie von 2023 bei chronischen primären Kreuzschmerzen strukturierte, individuell angepasste Bewegungsprogramme für Erwachsene, einschließlich älterer Menschen. Bei Vorerkrankungen sprichst du vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Wann solltest du Rückenschmerzen vor dem Training ärztlich abklären lassen?
Immer, wenn du unsicher bist. Besonders wichtig ist das bei Taubheitsgefühl, Kribbeln, Lähmungen oder Muskelschwäche, bei ins Bein ausstrahlenden Schmerzen, bei Blasen- oder Darmstörungen, bei Fieber, nach einem Unfall und wenn die Beschwerden anhalten.
Dein nächster Schritt: Vereinbare deinen Kennenlern-Termin bei AktiVita in Quedlinburg und plane deinen Einstieg ins Rückentraining gemeinsam mit dem Team.
Quellen
- von der Lippe E, Krause L, Porst M u. a.: Prävalenz von Rücken- und Nackenschmerzen in Deutschland. Ergebnisse der Krankheitslast-Studie BURDEN 2020. Journal of Health Monitoring 2021, S3, DOI 10.25646/7854
- Hayden JA, Ellis J, Ogilvie R, Malmivaara A, van Tulder MW: Exercise therapy for chronic low back pain. Cochrane Database of Systematic Reviews 2021, DOI 10.1002/14651858.CD009790.pub2
- Warum Bewegung bei Rückenschmerzen wichtig ist (IQWiG, gesundheitsinformation.de)
- Low back pain, Fact sheet (WHO, 2023)
- WHO guideline for non-surgical management of chronic primary low back pain in adults in primary and community care settings (WHO, 2023)
- WHO gibt neue Aktivitätsempfehlungen heraus: Für die Gesundheit zählt jede Bewegung (Deutsches Ärzteblatt, 2020)
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